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Update Influencer Marketing: Medienanstalt geht gegen Schleichwerbung vor!

Schleichwerbung auf Youtube kann teuer werden

Laut einer aktuellen Pressemitteilung geht die Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein gegen Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht bzw. Schleichwerbung vor. „Flying Uwe“, seines Zeichen Fitness-Influencer soll auf seinem Youtube-Kanal wiederholt eigene Produkte beworben haben, ohne dies entsprechend werblich zu kennzeichnen. Dies, obwohl er offenbar von der Medienanstalt mehrfach aufgefordert wurde, den werblichen Charakter seiner Beiträge entsprechend zu kennzeichnen. Wegen dieses hartnäckigen Verstoßes gegen die Kennzeichnungspflicht wurde nunmehr konsequenterweise ein medienrechtliches Verfahren nach §§ 49 Abs. 1 Nr. 18, 58 Abs. 3 RStV eingeleitet.

Es drohen drastische Bußgelder

Der Verstoß gegen § 58 Abs. 3 RStV führt dabei nicht zu einem reduzierten Höchstbetrag nach § 49 Abs. 2 RStV, sodass grundsätzlich ein Bußgeld von bis zu 500.000,00 EUR droht. Bei der Bestimmung der konkreten Höhe steht der Aufsichtsbehörde (hier der Medienanstalt) grundsätzlich ein Ermessen zu. Je schwerer beziehungsweise hartnäckiger der Verstoß, umso höher kann das Bußgeld im Einzelfall ausfallen. Wird also ein Verstoß trotz vorheriger Abmahnung durch die Medienanstalt konsequent fortgeführt, wird man nicht ernsthaft damit rechnen können, dass man am unteren Rahmen eines Bußgeldes landet.

Im Zweifel: kennzeichnen!

Das Thema Schleichwerbung im Influencer Marketing steckt mehr oder weniger noch in den Kinderschuhen, da es bislang weder veröffentlichte gerichtliche noch aufsichtsbehördliche Entscheidungen gibt. Die aktuelle Pressemitteilung deutet aber an, dass die Medienanstalten das Thema ernst nehmen und wohl vermehrt verfolgen werden. Es kann daher nur geraten werden, sich im Zweifel an die Vorgaben aus dem Leitfaden der Medienanstalten zu halten oder sich entsprechend juristisch beraten zu lassen. Ein ausführliches Whitepaper auf allfacebook befasst sich noch einmal ausführlich mit den einzelnen Formen der Kennzeichnung im Social Web. Bestehen Zweifel, ob man selber kennzeichnungspflichtig ist, sollte lieber einmal mehr gekennzeichnet werden, als am Ende entweder von der zuständigen Medienanstalt oder von einem Wettbewerber oder von beiden kostenträchtig abgemahnt zu werden.

 

Weiterführende Links:

 

Beitrag auf infodigital: „Medienanstalt geht gegen Schleichwerbung“

Beitrag auf horizont: „Hamburger Medienwächter leiten Verfahren gegen Youtuber ein“

Beitrag zum Influcencer Marketing

Influencer Marketing: Whitepaper