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Impressumspflicht auch auf Influencer Kanälen

Die zahlreichen Pflichten eines Influencers – Impressumspflicht

Das Thema „Influencer Marketing“ wird für Unternehmen und Influencer zunehmend bedeutender. Für zahlreiche Influencer stellt diese Möglichkeit des (Selbst-)Marketings ein wesentlicher wirtschaftliches Standbein dar. Unternehmen zahlen mittlerweile gutes Geld für Reichweiten starke Influencer Kampagnen. Thema Nummer eins der juristischen Diskussion rund um Influencer Marketing ist dabei das Verbot der Schleichwerbung. Aufgrund der derzeit noch bestehenden Unsicherheiten sowohl auf Seiten der Influencer als auch auf Seiten der Unternehmen, befassen sich nahezu sämtliche Beiträge – auch hier – mit der Frage „Wann und Wie muss ein gesponserter Beitrag gekennzeichnet werden?“. Die Konzentration auf diese Frage ist nachvollziehbar, haften am Ende beide, also der Influencer als auch das werbende Unternehmen für etwaige Verstöße nebeneinander.

Gestartet als Hobby, verpflichtet als Unternehmen

Dabei ist die Kennzeichnung von gesponserten Beiträgen nicht die einzige Pflicht, die der Influencer auf seinem Kanal erfüllen muss. Den Influencer treffen daneben aber auch weitere Pflichten, die in der aktuellen Diskussion etwas untergehen, gleichwohl ebenfalls beachtet werden müssen, um kostenpflichtige Abmahnungen zu vermeiden. Gestartet haben viele der heute erfolgreichen Influencer mit einem privaten Projekt. Aus Lust an der Freud wurden Schminktipps gegeben, Reiseziele kommentiert, Freistöße geschossen oder einfach nur privater Gossip geteilt.

Der wirtschaftliche Erfolg verändert die Rechtslage

Mit zunehmender Bekanntheit und Reichweite, wurde dann dieses „private Projekt“ zunehmend interessant für werbende Unternehmen. Mittlerweile zahlen Unternehmen für einzelne Kampagnen bis zu fünfstellige Beträge an die Influencer. Aus dem privaten Projekt ist dadurch ein florierendes Unternehmen geworden, welches seinen Dienst nunmehr „in der Regel gegen Entgelt“ anbietet. In der Regel gegen Entgelt? Genau, da war doch was?!

Influencer Kanal = In der Regel gegen Entgelt angebotener Telemediendienst

Wer nämlich einen Telemediendienst in der Regel gegen Entgelt anbietet, muss nach § 5 Abs. 1 TMG ein jederzeit abrufbares Impressum leicht zugänglich bereithalten. Diese Impressumspflicht trifft dabei nicht nur den Blogger, der einen eigenen Blog im Netz unterhält. Diese Pflicht trifft im Ergebnis auch Influencer, die auf übergeordneten Plattformen, wie Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube einen eigenen Kanal bereithalten. Soweit nämlich die Darstellung des Influencers innerhalb einer solchen Plattform eine gewisse Eigenständigkeit überschreitet, trifft diesen ebenfalls die Pflicht aus § 5 Abs. 1 TMG. Dann aber müssen jedenfalls Name und Anschrift jederzeit auf einer entsprechend gekennzeichneten und verlinkten Unterseite bereitgestellt werden.

Vorsicht vor den Wettbewerbern

Dabei macht es dann auch keinen Unterschied, dass diese Pflicht beim Start des eigenen Kanals womöglich noch nicht bestand. Fehlt ein solches Impressum, nachdem aus dem privaten Projekt ein Geschäftsmodell geworden ist, sollte dieses schnellstmöglich nachgeholt werden. Denn als gut bezahlter Influencer nimmt man am Markt genauso teil, wie jeder andere Unternehmer auch und läuft Gefahr, bei einem Verstoß gegen Marktverhaltensregelungen (§ 3a UWG) wettbewerbsrechtlich abgemahnt zu werden.