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Wer haftet für die Fehler beim Influencer Marketing? – Die Haftung für den Beauftragten

Haftung des Influencer für Verstöße gegen Kennzeichnungspflichten

Viel wird über die Pflichten der Influencer zur Kennzeichnung der durch Dritte finanzierten Beiträge gesprochen. Klar ist, dass dem Influencer im Grunde eine Pflicht zur Kennzeichnung kommerzieller Beiträge trifft. Diese Pflicht ergibt sich im Wesentlichen aus § 6 TMG, im Einzelfall zusätzlich auch aus dem Rundfunkstaatsvertrag. Dabei ist es grundsätzlich egal, ob der Influencer auf Youtube, Instagram, Facebook oder einer anderen Plattform unterwegs ist. Ihn trifft die Pflicht zur Kennzeichnung in jedem Fall. Verstößt er hiergegen, drohen ihm Abmahnungen der Mitbewerber des von ihm beworbenen Unternehmens. Setzt sich ein Influencer also beispielsweise in seinem aktuellsten Beitrag positiv mit den neusten Schuhen von Adidas auseinander, ohne dabei deutlich zu machen, dass dieser Beitrag von Adidas gesponsert wurde, können Mitbewerber wie Puma, Nike oder sonst wer direkt vom Influencer Unterlassung verlangen. Dies ergibt sich daraus, dass der Influencer mit seinem Beitrag positiv den Wettbewerb des beworbenen Unternehmens fördert. Daneben gilt aber auch eine Haftung für den Beauftragten.

Auch das beworbene Unternehmen haftet – Haftung für den Beauftragten

Allerdings kann sich das beworbene Unternehmen nicht einfach hinter dem Influencer verstecken und eine eigene Haftung durch den Einsatz eines Influencers ausschließen. Kommt der Influencer seinen Kennzeichnungsplichten nicht nach, muss sich das beworbene Unternehmen dieses Fehlverhalten grundsätzlich zurechnen lassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Influencer auf Geheiß von einer Kennzeichnung seines Beitrages absieht. Dies gilt allerdings grundsätzlich auch dann, wenn das beworbene Unternehmen nichts von der fehlenden Kennzeichnung durch den Influencer weiß. Das ergibt sich aus der Regelung in § 8 Abs. 2 UWG. Danach haftet der Inhaber eines Unternehmens auf Unterlassung und Beseitigung auch dann, wenn die Zuwiderhandlung von einem Mitarbeiter oder Beauftragten begangen wird. Dabei werden auch Dritte, die zur Bewerbung des eigenen Unternehmens grundsätzlich als „Beauftragte“ im Sinne von § 8 Abs. 2 UWG gesehen. Es kommt also zu einer Haftung für den Beauftragten.

Unternehmen und Influencer haften nebeneinander

Es spielt also für die Haftung des Unternehmens grundsätzlich keine Rolle, ob der Influencer auf Geheiß gegen die Kennzeichnungspflicht verstoßen hat, oder ohne das Wissen des beworbenen Unternehmens. Eine Zurechnung des Verstoßes erfolgt in beiden Fällen. Dann aber haften der Influencer und das beworbene Unternehmen grundsätzlich nebeneinander. Allerdings können die jeweils eingeleiteten Verfahren unterschiedliche Schicksale nehmen. Auch eine abgegebene Unterlassungserklärung wirkt grundsätzlich nur für und gegen denjenigen, der sie abgegeben hat. Hat der Influencer die Kennzeichnungspflichten ohne das Wissen des beworbenen Unternehmens nicht eingehalten, stellt dies grundsätzlich einen Verstoß gegen vertragliche (Neben-)Pflichten dar, mit der Folge, dass der Influencer dem beworbenen Unternehmen alle ihm aus dieser Verletzung entstandenen Schäden ersetzen müsste. Es empfiehlt sich insofern auch eine ausdrückliche Regelung in den Vertrag aufzunehmen, die den Influencer einerseits zur Einhaltung der Kennzeichnungspflichten verpflichtet und andererseits ihn bei einem Verstoß zur Freistellung des beworbenen Unternehmens von allen Ansprüchen Dritte verpflichtet.

Schlechte Presse bleibt schlechte Presse

Unabhängig von der Frage, wer für einen Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht am Ende haftet, und wer sich bei wem schadlos halten kann, sollten die Pflichten bereits aus Imagegründen eingehalten werden. Denn ein Shitstorm wegen einem Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht kann sich am Ende für beide Seiten als fatale Folge der Influencer Kampagne erweisen. Denn nicht immer gilt der alter Grundsatz „Lieber schlechte Werbung, als gar keine Werbung.“

Unser Beitrag zu den Kennzeichnungspflichten beim Influencer Marketing hier.

Hier Influencer Marketing Beitrag K&R

Aktueller Beitrag hierzu in der Computerwoche.